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Kopfgrafik Radierung

Unkorrigierte Auszüge aus dem Buch-Manuskript "Neue und alte Techniken der Radierung und der Edeldruckverfahren" von 1997 (vor der ersten Auflage) - ohne Abbildungen, Ergänzungen und Tabellen. Das Buch ist 2006 in der fünften, nochmals überarbeiteten Auflage erschienen

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Zum Begriff der Originalradierung1

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1960 hat der „Print Council of America“, eine Vereinigung von Künstlern, Grafiksammlern, Kunsthändlern und Konservatoren eine Definition der Originalgrafik verfasst. Ein Druck sollte nur dann als Originalgrafik gelten, wenn er vom Künstler eigenhändig auf Stein, Kupfer, Holz oder Linol geschnitten oder gezeichnet wurde. Eine Auflage durfte allein vom Originaldruckstock vom Künstler selbst oder von ihm beauftragt gedruckt werden. Die Auflage musste exakt limitiert und vom Künstler signiert und gutgeheißen sein. Der lithografische Umdruck wurde gestattet, photografische Mittel wurden jedoch untersagt.2

Ebenfalls 1960 wurde durch den "Dritten Internationalen Kongress der Bildenden Künste“ in Wien eine gültige Definition des Begriffs der Original-Graphik (Radierung, Kupferstich, Lithographie, Linolschnitt, Holzschnitt, Serigraphie, Monotypie) als Resolution beschlossen.

Nachdem sich die Künstler der Pop-Art mit Erfolg diesem Verbot widersetzt haben (Warhol, Johns, Rauschenberg usw.) ist diese Einschränkung m. E. obsolet geworden. Zur Zulässigkeit photografischer Hilfsmittel habe ich meinen Standpunkt und die für mich geltenden Einschränkungen bereits eingangs dargelegt. Den Rest regelt der Markt.

Der Wortlaut:

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1.Es ist das ausschließliche Recht des Künstlerdruckers, die definitive Auflagezahl jedes seiner graphischen Werke in den verschiedenen Techniken, wie Kupferstich, Lithographie usw., festzulegen.

2.Jeder Druck muss, um als Original betrachtet zu werden, nicht nur die Signatur des Künstlers tragen, sondem auch eine Angabe hinsichtlich der Gesamtauflage und der Seriennummer des einzelnen Druckes aufweisen.

3. Die oben genannten Prinzipien beziehen sich auf graphische Arbeiten, d. h. auf Drucke, für welche der Künstler die Originalplatte herstellte, den Holzblock schnitt, den Stein oder ein entsprechendes anderes Material bearbeitete. Werke, die diese Bedingungen nicht erfüllen, müssen als Reproduktionen angesehen werden.“3

Signaturen

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„Zur Zeit des Impressionismus verlor sich in Deutschland die „Graphik-Adresse“ alten Stils. Diese hat bis zu 9 Arten von Angaben (Künstler, Verleger, Adresse des Verlegers, Technik, Titel, Widmung etc., jedoch nicht Auflagenhöhe) auf jedem einzelnen Blatt beinhaltet. Die Kennzeichnungen der zeitgenössischen Graphik sind auf dem Papier außerhalb des Druckplattenrandes mit Bleistift angegeben. Links befindet sich in der Regel die Angabe zur Auflage der Graphik und rechts die Signatur des Künstlers mit oder ohne Datierung.

Vor Erfindung der Photografie war die Radierung z.T. noch ein reines Reproduktionsverfahren, mit dem Bilder großer Meister reproduziert wurden. Dies ist an den Signaturen, die direkt seitenrichtig in die Platte gestochen wurden, zu sehen.

Künstler

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Dem Namen des Künstlers, der das Original gemalt hatte, wurde einer der folgenden Zusätze beigegeben:

pinx., pinxit, =gemalt von
oder delin., del., delineatur, delineavit,=gezeichnet von, oder inv., inventur, inventor, inventit.,=erfunden von

bzw. comp., composuit, composit beigefügt.

Weitere Signaturen, den Künstler betreffend waren:
pictor, figuravit

Stecher

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Dem Namen des Stechers wurde einer der folgenden Zusätze beigegeben:

sculps, sc., sculptor, sculpsit =gestochen von

oder inc., incisor, incisit =geschnitten von

oder f., fe., fec., fecit =gemacht von

caelavit, caelator

Drucker

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Dem Namen des Druckers wurde einer der folgenden Zusätze beigegeben:

imp., impressit, impresse= gedruckt von

excudit= verfertigt von

Weitere Signaturen

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Wurden die Drucke in einer Werkstatt unter Leitung eines Meisters oder Verlegers herausgegeben, so erschien auch sein Name auf dem Druck:

dir., direxit = hat es geleitet

e., ex., exc., excidit= erschienen bei

ausserdem: formis, divulgavit, ex typis


buchtitel
Als Buch in der fünften, nochmals überarbeiteten Auflage 2006 erschienen:

W. Autenrieth - Neue und alte Techniken der Radierung und der Edeldruckverfahren
Ein alchemistisches Werkstattbuch für Radierer (und für alle die es werden wollen)
Tipps und Tricks aus der Praxis - erfahren, erlesen, erfunden und gesammelt von Wolfgang Autenrieth

Anleitungen und Rezepte zur Druckgrafik & Radierkunst aus 5 Jahrhunderten sowie historische Rezepturen der Photographie - Vom Hexenmehl und Drachenblut zur Fotopolymerschicht

* ISBN 3000167579
228 A4-Seiten • Buchhandelspreis: 29 €uro * 120 Abbildungen & 13 Tafeln, 650 g

Leseproben (PDF): Grundlagen der Radierung  •   Ätzmitel  •   Reservage  •  Buch-Inhaltsverzeichnis
Das Buch ist erhältlich beim Verfasser (versandkostenfrei), bei Amazon oder in Ihrer Buchhandlung

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