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Unkorrigierte Auszüge aus dem Buch-Manuskript "Neue und alte Techniken der Radierung und der Edeldruckverfahren" von 1997 (vor der ersten Auflage) - ohne Abbildungen, Ergänzungen und Tabellen. Das Buch ist 2006 in der fünften, nochmals überarbeiteten Auflage erschienen
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Zinkätzungwww.radiertechniken.de
Zink löst sich leicht in Säuren, langsam in Alkalilaugen unter Wasserstoffentwicklung. Wichtig: Verwenden Sie niemals ein Säurebad, das vorher für Kupfer verwendet wurde anschließend für Zink. Es bildet sich ein Niederschlag aus einer Zn-Cu-Verbindung mit einem Elektrolyten dazwischen. Dadurch entsteht auf der Plattenoberfläche eine elektrische Spannung, die schließlich den Abdecklack von der Platte löst und ihre Arbeit zerstört. Eisen-(III)-chloridwww.radiertechniken.de
Wollen Sie Zink mit Eisen-(III)-chlorid- Lösung ätzen, dürfen sie mit dieser Lösung vorher kein Kupfer geätzt haben, denn es würde sich in den Linien sofort schwarzer Kupferschlamm absetzen. Ansatz 1 Zutaten: 1 Teil Wasser und 2 Teile Eisen-(III)-chlorid Hinweise: Ansatz 2 Zutaten: 1 Teil Eisen-(III)-chlorid 36° Bé 5 Teile Wasser Hinweise: Preissig schlägt folgenden Ansatz vor: Eisen-(III)-chlorid- Lösung mit 36°Bé für ZinK 1:5 mit Wasser verdünnen. Salpetersäurewww.radiertechniken.de
Die Ätzzeiten von Zink mit Salpetersäure sind um einiges kürzer als bei der Ätzung von Kupfer mit Eisen-(III)-chlorid. Zudem ist das Material billiger. Gefahrenhinweise:www.radiertechniken.de
Salpetersäure färbt Eiweiße gelb, daher gibts gelbe Finger, wenn Sie keine Handschuhe tragen. Das Ätzen von Zink mit Salpetersäure birgt eine Gefahr: Es bilden sich sich giftige Stickoxid-Gase, die schon manchem Radierer des 17./18.Jahrhunderts das Leben verkürzten, indem sie ihm ein Lungenödem bescherten. Wer mit Salpetersäure arbeitet, sollte auf jeden Fall im Freien, zumindest bei geöffnetem Fenster oder unter einem Abzug ätzen. Ein halbwegs brauchbares Gerät ist ein Dunstabzug aus Einbauküchen. Solche Geräte sind in Baumärkten wohlfeil zu erwerben. Die paar Mark sollte Ihnen Ihr Leben wert sein. Zur Not tuts auch ein Staubsauger, der im Freien steht und über den Schlauch die Luft absaugt. Beim Verdünnen von Säuren, denken Sie bitte immer an die alte Chemiker-Regel: Gieß nie Wasser in die Säure, sonst geschieht das Ungeheure! Es entsteht sonst eine kurze, heftige Reaktion und die Säure spritzt heraus. Wenn Sie Glück haben, ist anschließend nur Ihre Kleidung zerstört, wenn Sie Pech haben, Ihre Augen! Gießen Sie zum Verdünnen immer die Säure ins Wasser! Ätzzeiten für Zink und Salpetersäurewww.radiertechniken.de
Ungefähre Richtwerte für eine 10%-ige Salpetersäure bei Zink habe ich auf der Homepage der Katholischen Universität Eichstätt, Didaktik Kunsterziehung gefunden. Ulrich Winter gibt hier auch Richtwerte für Farbradierungen an, die ich ebenfalls wiedergebe: (Hinweis meinerseits: Für Farbradierungen sind Kupferplatten besser geeignet, weil manche Farben mit dem Zink der Platte reagieren und so die Farbbrillianz negativ beeinflusst wird.) s/w-Ätzung Mischfarben Ätzzeiten für den Farbendruck von drei Farbplatten. (Farben 2. und 3. Ordnung). Prinzipiell gilt, dass Blau eine sehr dominante und starke Farbe in der Mischung ist und daher nicht so tief geätzt werden darf wie Rot und Gelb. Unbunte Farben Ansatz 1 Zutaten: Salpetersäure (5-20%-ig) bzw. 8-12° Bé Hinweise: Zinkplatten sind mit Salpetersäure (5-20%-ig) bzw. 8-12° BE(Beaumé) gut zu ätzen. Bei 10%iger Salpetersäure beträgt die Ätzdauer für eine starke Linie ca. 4 min. Für die Aquatinta betragen die Ätzzeiten 10-60 sec. Eine konzentriertere Säure ergibt eine schnellere, aggressivere Ätzung. Ansatz 2: Zutaten: 1 Teil rauchende Salpetersäure 40°Bé 5 Teile Wasser Hinweise: Preissig empfiehlt, rauchende Salpetersäure (40°Bé) für Zink 1:5 mit Wasser zu verdünnen. Bei der Ätzung steigen kleine Bläschen auf, die Sie mit einer Vogelfeder ständig von der Plattenoberfläche entfernen sollten, damit die Säure gleichmäßig angreifen kann. Nehmen Sie die Platte auch ab und zu aus der Ätze, spülen sie ab und kontrollieren die erreichte Ätztiefe mit der Lupe oder einem Fadenzähler. Ansatz 3: Zutaten: rauchende Salpetersäure (40°Bé) 1:10 mit Wasser verdünnen Hinweise: HNO3 + 10-12 Teile H2O für Zink Ansatz nach Schober: Zutaten: 1 Teil 65%-ige Salpetersäure 7 Teile Wasser Ansatz nach Krejca Er ätzt mit 9-11° Bé Dazu verdünnt er käufliche Salpetersäure (40° Bé) im Verhältnis 1:4 bis 1:5. Gegen das Schwarzwerden der Linien und das damit verbundene Schwierigkeit, die Ätzung richtig zu beurteilen, empfiehlt er die Zugabe von Alaunlösung. (Ansatz siehe S.78) Salpetersäure und Natronlauge Zutaten:< Salpetersäure Natronlauge Hinweise: Man mischt Salpetersäure mit einem Überschuß an Natronlauge (((Chemischer Ablauf: NaOH + HNO3 -> NaOH3 + H2O Ist genügend Natronlauge vorhanden, läuft die Reaktion mit Zink nun so weiter: 4 Zn + 3 NaOH + 8 H2O + NaNO3 -> 4 NaZn(OH)3 + 2 H2O + NH3 Es entsteht Ammoniak und ?????? NaZn(OH)3 (=Zinkat??)))) Korrekt? Zinkat: Na2[Zn(OH)4]) Salpetersäure mit Flankenschutz Ätzflüssigkeit aus dem Rotationstiefdruck Zutaten Salpetersäure Flankenschutzmittel Wasser Ansatz: Emulsion aus Salpetersäure, einem Flankenschutzmittel und Wasser. Hinweis: Flankenschutzmittel wurden in Druckereien aus Diäthylbenzol, Eosol (Netzmittel) (Spülmittel??) und Gelatinelösung hergestellt. Sie bewirken, dass die Linien und vor allem die Rasterpunkte nicht unterätzt werden. Der Ätzfaktor wird erhöht, d.h. das Ätzmittel ätzt stärker in die Tiefe, was vor allem für feine Aquatintakörnungen wichtig ist. Ätzflüssigkeit aus dem Zeitungsdruck Zutaten Salpetersäure Wasser Holzessig Hinweis: Im Zeitungsdruck wurde für Zinkplatten auch ein Gemisch aus Salpetersäure, Wasser und Holzessig verwendet. Lithografische Zinkätzung Zutaten: Salpetersäure Gummi arabicum Phosphorsäure Hinweise: Eine spezielle Art der Zinkätzung beschreibt Lohwasser:
Chemische Nebenbemerkung:www.radiertechniken.de
Wird Zink (Zn) mit Salpetersäure (HNO3) geätzt, entsteht zunächst ein grauer Niederschlag aus Zinkoxid ZnO, während aus Salpetersäure salpetrige Säure wird, die schnell zu Wasser (H2O) und Stickoxid (NO) zerfällt. Stickoxid reagiert sofort mit Luft zu Stickdioxid NO2, das ein tödliches Atemgift ist. Das Zinkoxid wird weiter umgewandelt in Zinknitrat Zn(NO3)2. Außerdem entsteht während der Ätzung Wasserstoff, der sich zu Ammoniak NH3 verbindet, aus diesem entsteht schließlich Ammoniumnitrat NH4NO3. Das Holländische Badwww.radiertechniken.de
siehe Kupferätzung auf Seite 76 Natronlaugewww.radiertechniken.de
Zutaten: Natronlauge Hinweise: Zink löst sich langsam in Alkalilaugen unter Wasserstoffentwicklung. Es bildet sich Zinkat: Zn + 2NaOH + 2H2O -> Na2[Zn(OH)4] + H2 Vorsicht! Wasserstoffgas ist explosiv! Königswasserwww.radiertechniken.de
siehe Kupferätzung Schwefelsäurewww.radiertechniken.de
Zutaten: Schwefelsäure Hinweise: es entsteht Zinksulfat und Wasserstoffgas Zn + H2SO4 -> ZnSO4 + H2 Salzsäurewww.radiertechniken.de
Ansatz 1 Zutaten: Salzsäure Hinweise: Es entsteht Zinkchlorid und Wasserstoffgas Ansatz 2 Zutaten Salzsäure Wasserstoffperoxyd Hinweis: Im Brockhaus von 1942 wird als Ätzmittel für Zink Salzsäure mit Zusätzen von Wasserstoffperoxyd genannt. Zink-Ätzmittel Zutaten: 2 g Kupfersulfat 3 g Kupferchlorid 64 g Wasser 8 g Salzsäure konz. Ansatz: Die Zutaten vorsichtig mischen. Weitere Informationen siehe Ätzmittel-Grundrezept. Hinweis: Kupfersulfat und-chlorid sind gesundheitsschädlich. Mattieren von Zink Zutaten: Alaunlösung Salpetersäure
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Vorsicht - Chemie! Die angegebenen Chemikalien sind zum Teil krebserzeugend und lebensgefährlich giftig!!
Die Anwendung der Rezepte erfolgt auf eigene Gefahr. Lesen Sie unbedingt das Kapitel: Vorsicht Chemie! sowie
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